Nachdem wir uns vergangene Woche mit der "Essenz" einer zeichnerischen oder malerischen Gestaltung in Form sog. 2-wertiger Notans beschäftigten, nähern wir uns dem gleichen Phänomen nun mit 3 Werten, die wir versuchen, auf einer Zeichenfläche in eine Balance bringen.
Wir arbeiten also mit den Polen Schwarz und Weiss auf einer mittelgrauen Fläche, in einem weiteren Schritt setzen Sie 3 autonome und unterscheidbare Helligkeitswerte, die stellvertretend für Massen von Farben eines Gemäldes oder die Grauwerte einer Zeichnung stehen.
Warum nur habe ich Sie im vergangenen Semester und nun schon wieder geradezu zwanghaft immer erst einen Rahmen für jede neu entstehende Zeichnung anlegen lassen, ohne es genauer zu erklären???
Im folgenden Exkurs über "Formate" erhalten Sie eine mögliche Antwort.
Format:
In der Regel nimmt sich der Zeichner, was gerade rumliegt und fort muss...
In fast allen Fällen wird es ein sog. DIN-Bogen Papiers sein und normalerweise denkt man sich auch dabei nicht allzu viel.
Bis man erkennt, dass die Wahl eines Formats, dessen Grössenverhältniss von Länge zu Breite und die Entscheidung einer Ausrichtung - ob Hoch- oder Querformat - eine ziemliche Bedeutung für die Anlage einer Zeichnung hat.
Spielen Sie es selbst durch, indem sie eine "Stehende" auf Querformat platzieren oder eine Landschaft in ein Hochformat bringen - Sie werden davon bestimmt und entscheiden sich sofort für jeweils andere Aspekte des Motivs.
Ich habe beobachtet, dass man als Anfänger in der Regel darauf kaum achtet. Dabei haben Sie mit den 4 Seiten eines Blattes schon die ersten entscheidenden Elemente der Zeichnung gesetzt.
Das zu Bewusstsein zu bringen, ist das Ziel des notorischen Rahmenzeichnens.
Ich bitte Sie, das also noch solange beizubehalten, bis Sie sicher, bewusst und virtuos das Format eines Blattes einsetzen.
Ich habe Ihnen kurz demonstriert, welche geometrischen und mathematischen Verhältnisse am Industrieprodukt DIN A 4 - Blatt, einem antiquierten Oktavblatt ( dessen Massverhältnisse noch heute das amerikanische Druckpapier bestimmt) und einem Bogen, der dem Goldenen Schnitt folgt, herrschen.
Die Unterschiede sind in einigen Fällen nur scheinbar unbedeutend, aber dennoch spürbar, in anderen Fällen gravierend.
Sie haben als Zeichner mit Bewusstsein die volle Wahl. In der Regel allerdings verfährt man so, dass man wie oben gesagt, nimmt, was rumliegt. Jetzt aber auf höherem Niveau.
(Bilder der Konstruktion eines A4-, Oktav- und Goldener Schnitt - Formats aus einem gegebenen Breitenmass folgen noch)
In einem weiteren Bewusstwerdungsschritt habe ich Ihnen vorgeführt, dass es, gleichgültig, für welches Höhe:Breite-Verhältnis des Papiers Sie sich auch entschieden haben, sog. "Hot Spots" oder markante Kompositions- und Gestaltungspunkte auf einem Zeichenblatt gibt, die vom Zeichner bei der Platzierung der Zeichengegenstände mehr oder weniger bewusst eingesetzt werden.
Claude Lorrain beispielsweise, Landschaftsmaler und -zeichner des Barock, hat grundsätzlich immer bei der Anlage auch der komplexesten Komposition, zunächst stur ein Raster in 3 Zonen horizontal und vertikal angelegt und tatsächlich recht genau entlang der Schnittpunkte seine Hauptelemente gesetzt - auch wenn man dies dem fertigen Gemälde am Ende nicht ansieht.
Zu Beginn bitte ich Sie, sich durchaus stur und auffällig diese markanten Punkte zu konstruieren und ihre Kompositionen daran zu orientieren. Also erst Regel erkennen und anwenden - dann aber wieder Freiheit finden.
D.h. gewöhnen Sie sich allmählich daran, dass der kreative Prozess aus einem Dialog regelbestätigender und regelbrechender Proceduren besteht, Ordnung und Zerstörung in Wechselwirkung.
Ich habe Ihnen zunächst 2 einfache Formen der Aufteilung demonstriert:
- Die Konstruktion über fortgesetzte Halbierungen (es entsteht ein symmetrischer 4er Rhythmus)
- Die Drittelregel, die ein vereinfachter Goldener Schnitt darstellt, bei dem Höhe und Breite eines Zeichenformsts in 3 gleiche Teile geteilt werden und die Schnittpunkte verschobene und dadurch dynamischere Zentren bilden können. (Auch in der Fotografie gern genommen: Rule of the Thirds, wer dazu mehr wissen möchte, sollte diesen Begriff. bei wikipedia eingeben.)
(Bilder folgen)
Warmups mit Blei, Grafit, Kohle:
Mehrere Kritzeleien um die Hot Spots. Alle Rhythmen ausprobieren, grosse gegen kleine Flecken, statische und dynamische Aufteilungen sehen lernen. 1 - 3 Objekte/Flecken gegeneinander.
Geometrische Blattaufteilung. Binnenaufteilung des Blattes. Mondrian on Steroids...
Übung des Abends:
Mit Hilfe eines verschiebbaren Sucherrahmens und ausgerissenen Formen aus dunklem Papier legen Sie sich mit 1 bis 3 Formen plausible Kompositionen innerhalb eines variierten Formats und Zeichnen die besten Ergebnisse als NOTAN mit schwarzem und grauem Filzstift.
Diese Notans werden Grundlage für eine grösserformatige erste Komposition (gegenständlich oder frei) auf mind. A4 oder einem anderen Format ähnlicher Grösse.
Montag, 24. Oktober 2011
Notan I - 10.10.11
In dieser ersten Stunde des Schwerpunktes 1 ging es um ein einfaches und wie ich finde effektives Werkzeug, mit dessen Hilfe sehr schnell Kompositionsideen für jedes beliebige Genre oder Thema auf ihre Stimmigkeit hin überprüft werden können.
Diese Methode wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem amerikanischen Maler, Grafiker und Fotografen namens John Wesley Dow (Ipswich, MA) entwickelt und gelehrt. Der seltsame Name NOTAN geht auf einen in der japanischen Tuschzeichnung angestrebten Harmonie- und Balancebegriff des Ineinandergreifens von Hell und Dunkel, Schwarz und Weiss zurück, der eigentlich nichts weiter als Schwarz/Weiss bedeutet, aber durchaus ein tieferes Konzept von Raum, Harmonie und Grössenverhältnissen meint.
Für unsere Zwecke reicht vorläufig dieses grobe Vorwissen. Wir reduzieren diese Methode ohnehin auf das Allereinfachste.
Wie ich Ihnen bereits im ersten Semester vorstellte, begnügt man sich hier bei der konzipierenden Suche nach einem Zeichen- oder Malmotiv auf die allereinfachsten Elemente der Komposition, die man auf recht kleiner Fläche ( 3 x 4 cm maximal!) mit einem Satz von schwarzen und später auch grauen Stiften oder Filzschreibern möglichst vereinfacht und nicht an dem komplexen Umriss orientiert als Flecken so in der Zeichenfläche verteilt, dass sie einen "Gesamtklang" der Anlage vor Augen stellen.
Mit unscharf gestelltem Blick erfassen Sie dabei nur die sog. Massen des Gegenstands oder der beobachteten Szene und notieren so recht einfach und schnell etliche Varianten, die einen interessanten Anblick, eine gewisse attraktive Spannung oder eine harmonische Aufteilung von bezeichneten und leeren Stellen ergeben.
Sie haben auf diese Weise ein Kompositionswerkzeug an der Hand, mit dem sie schnell erkennen können, ob eine Bildaufteilung "stimmt" oder nicht.
Da Sie sehr kleine Arbeiten erstellen, haben Sie so in kurzer Zeit die Möglichkeit, etliche Konstellationen auszuprobieren und die beste dann skribbelnd und skizzieren, d.h. detaillierend weiterzuentwickeln.
(Bilder folgen)
Warmups (Blei, Graphit, Kohle, Kreide, egal, Hauptsache schwarz):
Unsere üblichen Warmzeichenübungen beginnen sehr sehr simpel mit der Aufgabe, ein zuvor durch 4 Striche eingefasstes Zeichenfeld mit allen Stricharten zu füllen, die der Körper, die Hand und der Geist hergibt.
1. Höhere Wesen befehlen, das Blatt komplett vollzukritzeln.
2. Gleich nochmal, diesmal aber leeren Raum lassen, egal wo.
3. Und nochmal, diesmal mit Figur auf Grund und umgekehrt (negativer Raum)
Übungen des Abends (Schwarzer Filzstift, breit, kleine Zeichenfelder):
2-Wertige Notans, also schwarz-weiss
Nach dem Beispiel Dauchers Seiten 24ff gilt es, nach Vorlagen bewährter Könner der Komposition wie Rembrandt, Picasso, Kline, kleine Flächen mit schwarzen Flecken analog zur Komposition auf einer Bildvorlage nachzukritzeln. Abbildungen von Kalenderblättern oder Bildbänden sind gute Ausgangspunkte.
Reduzieren Sie das Gesehene auf die möglichst allereinfachsten Elemente, kneifen Sie dazu das eine Auge zu und schauen Sie durch das andere so, dass Sie gerade noch erkennen, was dargestellt ist. Optimal wäre, wenn Sie dabei nur die Spannung der Hauptelemente in Hell und Dunkel wahrnehmen.
Mit einem groben schwarzen Filzstift halten Sie nur die Lage und Grösse der Hauptmassen des Bildes fest.
Ob Sie es nun glauben oder nicht, hier entscheidet sich, ob ein Bild, gleich, was und wie es darstellt, ein Hingucker oder langweilig ist. Diese Erfahrung sollte am Anfang all Ihrer Gestaltungsbemühungen stehen. Und soll ihr erster Schritt zur Entwicklung eigener Kompositionenwerden.
(Bilder folgen)
Diese Methode wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem amerikanischen Maler, Grafiker und Fotografen namens John Wesley Dow (Ipswich, MA) entwickelt und gelehrt. Der seltsame Name NOTAN geht auf einen in der japanischen Tuschzeichnung angestrebten Harmonie- und Balancebegriff des Ineinandergreifens von Hell und Dunkel, Schwarz und Weiss zurück, der eigentlich nichts weiter als Schwarz/Weiss bedeutet, aber durchaus ein tieferes Konzept von Raum, Harmonie und Grössenverhältnissen meint.
Für unsere Zwecke reicht vorläufig dieses grobe Vorwissen. Wir reduzieren diese Methode ohnehin auf das Allereinfachste.
Wie ich Ihnen bereits im ersten Semester vorstellte, begnügt man sich hier bei der konzipierenden Suche nach einem Zeichen- oder Malmotiv auf die allereinfachsten Elemente der Komposition, die man auf recht kleiner Fläche ( 3 x 4 cm maximal!) mit einem Satz von schwarzen und später auch grauen Stiften oder Filzschreibern möglichst vereinfacht und nicht an dem komplexen Umriss orientiert als Flecken so in der Zeichenfläche verteilt, dass sie einen "Gesamtklang" der Anlage vor Augen stellen.
Mit unscharf gestelltem Blick erfassen Sie dabei nur die sog. Massen des Gegenstands oder der beobachteten Szene und notieren so recht einfach und schnell etliche Varianten, die einen interessanten Anblick, eine gewisse attraktive Spannung oder eine harmonische Aufteilung von bezeichneten und leeren Stellen ergeben.
Sie haben auf diese Weise ein Kompositionswerkzeug an der Hand, mit dem sie schnell erkennen können, ob eine Bildaufteilung "stimmt" oder nicht.
Da Sie sehr kleine Arbeiten erstellen, haben Sie so in kurzer Zeit die Möglichkeit, etliche Konstellationen auszuprobieren und die beste dann skribbelnd und skizzieren, d.h. detaillierend weiterzuentwickeln.
(Bilder folgen)
Warmups (Blei, Graphit, Kohle, Kreide, egal, Hauptsache schwarz):
Unsere üblichen Warmzeichenübungen beginnen sehr sehr simpel mit der Aufgabe, ein zuvor durch 4 Striche eingefasstes Zeichenfeld mit allen Stricharten zu füllen, die der Körper, die Hand und der Geist hergibt.
1. Höhere Wesen befehlen, das Blatt komplett vollzukritzeln.
2. Gleich nochmal, diesmal aber leeren Raum lassen, egal wo.
3. Und nochmal, diesmal mit Figur auf Grund und umgekehrt (negativer Raum)
Übungen des Abends (Schwarzer Filzstift, breit, kleine Zeichenfelder):
2-Wertige Notans, also schwarz-weiss
Nach dem Beispiel Dauchers Seiten 24ff gilt es, nach Vorlagen bewährter Könner der Komposition wie Rembrandt, Picasso, Kline, kleine Flächen mit schwarzen Flecken analog zur Komposition auf einer Bildvorlage nachzukritzeln. Abbildungen von Kalenderblättern oder Bildbänden sind gute Ausgangspunkte.
Reduzieren Sie das Gesehene auf die möglichst allereinfachsten Elemente, kneifen Sie dazu das eine Auge zu und schauen Sie durch das andere so, dass Sie gerade noch erkennen, was dargestellt ist. Optimal wäre, wenn Sie dabei nur die Spannung der Hauptelemente in Hell und Dunkel wahrnehmen.
Mit einem groben schwarzen Filzstift halten Sie nur die Lage und Grösse der Hauptmassen des Bildes fest.
Ob Sie es nun glauben oder nicht, hier entscheidet sich, ob ein Bild, gleich, was und wie es darstellt, ein Hingucker oder langweilig ist. Diese Erfahrung sollte am Anfang all Ihrer Gestaltungsbemühungen stehen. Und soll ihr erster Schritt zur Entwicklung eigener Kompositionenwerden.
(Bilder folgen)
2.Semester Zeichenkurs - Einführung 29.9.2011
Willkommen zur zweiten Hälfte unseres Zeichenkurses vom 29.9.11 - 27.2.12 !
(Da ich zur Zeit infolge einer doch längerwierigen Erkrankung nur kurze Zeit vor einem Computer sitzen kann, bitte ich Sie zu entschuldigen, wenn die Texte in den nächsten Wochen nicht so ausführlich wie gewohnt sind. Sobald sich meine Situation bessert, werde ich die entsprechenden Stellen genauer ausführen. Ich bitte um Ihr Verständnis.)
Kurzer Überblick über die geplanten Kursabschnitte:
Der Kurs setzt über einen Zeitraum von jeweils ca. 5-6 Abenden jeweils einen thematischen und technischen Schwerpunkt, in dem auf die im ersten Semester erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten aufgebaut wird und in zunehmend selbst gestellten Aufgaben eigenständige bildnerische Lösungen erarbeitet werden. Meine Rolle wird es sein, Anregungen zu geben, Ihre Zielsetzung zu erkennen und begleiten sowie Ihnen die zur Lösung Ihrer Aufgaben notwendigen Informationen über zeichnerische Techniken, notwendige Kreativitätsimpulse und Überblick über die Hintergründe des jeweiligen Genres zu vermitteln.
Der Kurs setzt 3 verschiedene Schwerpunkte, die jeweils
- ein bestimmtes Genre,
- eine Technik und deren Materialien sowie
- ein bildnerisches Kernproblem in den Mittelpunkt stellen.
29.9. - 14.11.11 Schwerpunkt 1:
Bildnerisches Kernproblem:
"Flächen" und deren Anordnung im Bildfeld
Materialien/Technik:
Trockene Techniken wie Kohle, Kreide, Graphit, Blei + Filz für sog. Notans
Genre:
Stilleben in schwarz-weiss
21.11.11 - 9.1.12 Schwerpunkt 2:
Bildnerisches Kernproblem:
Linienarten
Materialien/Technik:
Nasse Techniken in Federn aller Art und Tuschen/Tinten + Wasser (sog. Lavage)
Genre:
Landschaft
16.1. - 27.2.2012 Schwerpunkt 3:
Bildnerisches Kernproblem:
Linien und Flächen
Materialien/Technik:
Kombinationen aller erworbenen Techniken + Kaltnadelradierung als Beispiel für eine einfache graphische Vervielfältigungstechnik
Genre:
Portrait, Figur
Das konkrete Ziel jedes Schwerpunkts wird eine selbst konzipierte Arbeit zu dem jeweiligen Genre darstellen. D.h. Sie arbeiten innerhalb jedes Schwerpunkts mit der Absicht, am Ende mindestens eine vorzeigbare Arbeit zu produzieren, die Werkcharakter hat. Das bedeutet, dass Sie sich mit dem Prozess der Themenfindung, Planung beschäftigen und über das Skribbeln und Skizzieren allmählich das Konzept einer fertigen Zeichnung erstellen und diese dann ausführen.
Sie dürfen dazu durchaus auch gerne über die Kursabende hinaus zu Hause daran arbeiten ;-))
Ob Sie nun am Ende völlig frei arbeiten oder sich zunächst traditionelle Lösungen erarbeiten, ist unerheblich und Ihnen absolut überlassen. Ich lege allerdings grossen Wert darauf, sich die Entwicklung des Themas/Gegenstands durch die Geschichte hindurch anzuschauen und dabei kritisch anzueignen, was für Ihre Arbeit von Bedeutung ist.
Ich gehe für meine eigene Arbeit so daran, dass es mir bewusst wird, dass keine Abstraktion ohne ihren Grund in der Realität und kein Realismus ohne Abstraktion auskommt. Ich sehe das eine im jeweils anderen am Werk.
Parallel dazu bitte ich Sie selbstverständlich, die sog. Sudelhefte der Warmups sowie Ihr Skizzenbuch weiter zu pflegen und sich zunehmend mit den daraus entstehenden Aufgaben und Themen zu befassen. Ein Zeichner entwickelt sich in der Regel aus diesen Quellen heraus und erkennt in der täglichen Praxis die daraus erwachsenden Problemstellungen.
Jeder Kursabend hat weiterhin die Ihnen schon vertraute Struktur aus einem Kurzvortrag zum jeweiligen Thema, einer Buch- oder Materialvorstellung oder einer Bilderschau, sowie einige Vorschläge zu Warmups und Anregungen zu eigenen Themenstellungen (Übungen)
Um eine intensivere persönliche Betreuung zu gewährleisten, haben wir beschlossen, den Kurs, der aus 14 TN besteht, in zwei Gruppen aufzuteilen.
Wir treffen uns also mit Gruppe 1 jeweils Mo von 19 - 21.15 Uhr.
Gruppe 2 trifft sich jeden Di 10 - 12.15 Uhr.
(Da ich zur Zeit infolge einer doch längerwierigen Erkrankung nur kurze Zeit vor einem Computer sitzen kann, bitte ich Sie zu entschuldigen, wenn die Texte in den nächsten Wochen nicht so ausführlich wie gewohnt sind. Sobald sich meine Situation bessert, werde ich die entsprechenden Stellen genauer ausführen. Ich bitte um Ihr Verständnis.)
Kurzer Überblick über die geplanten Kursabschnitte:
Der Kurs setzt über einen Zeitraum von jeweils ca. 5-6 Abenden jeweils einen thematischen und technischen Schwerpunkt, in dem auf die im ersten Semester erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten aufgebaut wird und in zunehmend selbst gestellten Aufgaben eigenständige bildnerische Lösungen erarbeitet werden. Meine Rolle wird es sein, Anregungen zu geben, Ihre Zielsetzung zu erkennen und begleiten sowie Ihnen die zur Lösung Ihrer Aufgaben notwendigen Informationen über zeichnerische Techniken, notwendige Kreativitätsimpulse und Überblick über die Hintergründe des jeweiligen Genres zu vermitteln.
Der Kurs setzt 3 verschiedene Schwerpunkte, die jeweils
- ein bestimmtes Genre,
- eine Technik und deren Materialien sowie
- ein bildnerisches Kernproblem in den Mittelpunkt stellen.
29.9. - 14.11.11 Schwerpunkt 1:
Bildnerisches Kernproblem:
"Flächen" und deren Anordnung im Bildfeld
Materialien/Technik:
Trockene Techniken wie Kohle, Kreide, Graphit, Blei + Filz für sog. Notans
Genre:
Stilleben in schwarz-weiss
21.11.11 - 9.1.12 Schwerpunkt 2:
Bildnerisches Kernproblem:
Linienarten
Materialien/Technik:
Nasse Techniken in Federn aller Art und Tuschen/Tinten + Wasser (sog. Lavage)
Genre:
Landschaft
16.1. - 27.2.2012 Schwerpunkt 3:
Bildnerisches Kernproblem:
Linien und Flächen
Materialien/Technik:
Kombinationen aller erworbenen Techniken + Kaltnadelradierung als Beispiel für eine einfache graphische Vervielfältigungstechnik
Genre:
Portrait, Figur
Das konkrete Ziel jedes Schwerpunkts wird eine selbst konzipierte Arbeit zu dem jeweiligen Genre darstellen. D.h. Sie arbeiten innerhalb jedes Schwerpunkts mit der Absicht, am Ende mindestens eine vorzeigbare Arbeit zu produzieren, die Werkcharakter hat. Das bedeutet, dass Sie sich mit dem Prozess der Themenfindung, Planung beschäftigen und über das Skribbeln und Skizzieren allmählich das Konzept einer fertigen Zeichnung erstellen und diese dann ausführen.
Sie dürfen dazu durchaus auch gerne über die Kursabende hinaus zu Hause daran arbeiten ;-))
Ob Sie nun am Ende völlig frei arbeiten oder sich zunächst traditionelle Lösungen erarbeiten, ist unerheblich und Ihnen absolut überlassen. Ich lege allerdings grossen Wert darauf, sich die Entwicklung des Themas/Gegenstands durch die Geschichte hindurch anzuschauen und dabei kritisch anzueignen, was für Ihre Arbeit von Bedeutung ist.
Ich gehe für meine eigene Arbeit so daran, dass es mir bewusst wird, dass keine Abstraktion ohne ihren Grund in der Realität und kein Realismus ohne Abstraktion auskommt. Ich sehe das eine im jeweils anderen am Werk.
Parallel dazu bitte ich Sie selbstverständlich, die sog. Sudelhefte der Warmups sowie Ihr Skizzenbuch weiter zu pflegen und sich zunehmend mit den daraus entstehenden Aufgaben und Themen zu befassen. Ein Zeichner entwickelt sich in der Regel aus diesen Quellen heraus und erkennt in der täglichen Praxis die daraus erwachsenden Problemstellungen.
Jeder Kursabend hat weiterhin die Ihnen schon vertraute Struktur aus einem Kurzvortrag zum jeweiligen Thema, einer Buch- oder Materialvorstellung oder einer Bilderschau, sowie einige Vorschläge zu Warmups und Anregungen zu eigenen Themenstellungen (Übungen)
Um eine intensivere persönliche Betreuung zu gewährleisten, haben wir beschlossen, den Kurs, der aus 14 TN besteht, in zwei Gruppen aufzuteilen.
Wir treffen uns also mit Gruppe 1 jeweils Mo von 19 - 21.15 Uhr.
Gruppe 2 trifft sich jeden Di 10 - 12.15 Uhr.
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