Montag, 7. November 2011

Notan III - 24. und 25.10.2011

Diese Lektion stand unter der imaginären Schirmherrschaft des italienischen Malers und Zeichners
Giorgio MORANDI (1890-1964),



einem Künstler der klassischen Moderne, der ein Leben lang überwiegend farblich zurückhaltende und kompositorisch sehr ausgewogene Stilleben schuf.

Ich habe Ihnen diese Arbeiten besonders als gelungene Beispiele für das kompositorische Zusammenspiel von grossen ruhigen Flächen gegen rhythmisch gegliederte Formen gezeigt.

Eine Auswahl aus verschiedenen Phasen seines Werkes habe ich Ihnen als Anregung vorgestellt und Elemente daraus auf die 3 und 4 Grauwerte reduziert, die wir für unsere Kompositionsstudien benötigen.





Achten Sie bitte auf die Rhythmen und Schwerpunkte und darauf, wo sie platziert sind.

Bitte behalten Sie im Auge, dass wir heute und in den vergangenen Stunden ausschliesslich das "grosse Ganze" einer Zeichnung behandeln. Es geht vorläufig also nur darum, einen Blick für das Drama, die Inszenierung von zeichnerischen Elementen innerhalb eines bewusst gewählten Formats zu schulen. Daher vorläufig die bewusste Reduktion auf das Ungefähre und die 3-4 Valeurs.

Wir werden in Kürze zum Gegenpol wechseln, indem wir einen möglichst genauen Blick auf alltägliche Gegenstände werfen.



Warmups (ca. 30 Min.):

- Freie Flächen und Linien rhythmisch in einem Rahmen. Beachten Sie dabei die vorgestellten "hot spots", setzen Sie bewusst Leere gegen Verdichtung in Spannung.

- Zeichnen Sie locker einen Übergang von Schwarz nach Weiss (1 kontinuierliches Band), dann ein zweites Band, das die 4 Werte (Valeurs) deutlich unterscheidbar zeigt:
Schwarz - Dunkelgrau - Hellgrau - Weiss.

Benutzen Sie, was Sie gerade dabei haben, aber üben Sie diese Verläufe so locker wie möglich in allen möglichen Mustern des Schraffierens ( Kreuzschraffur bis Kritzelei) mit allen nur denkbaren Stiften, also z.B. Blei, Graphit, Kohle, Pastell, Kreide, Kugelschreiber usw.
Das ist etwas für das Skizzenbuch, wenn einem gar nichts mehr anderes einfällt....

- Entwerfen Sie 2x3 cm grosse Notans in 3 und 4 Werten, die einen Aspekt der Arbeit Morandis reflektiert. Dies gilt als Vorarbeit für die Arbeit des Abends/Morgens.
(Material: Filzstifte)

Hier ein Beispiel als Anregung. Ich gehe zuerst suchend und konventionell vor, indem ich kleine Kompositionsskizzen anfertige (Notans), die ich dann zunehmend locker interpretiere, sie sogar ganz auflöse und ein Spiel zwischen Konstruktion und Zerstörung durch Übermalen/-zeichnen geschehen lasse. Es kann und darf schiefgehen. Dann fange ich halt wieder von vorne an...










Arbeit des Tages (bis nach den Herbstferien):

Freie Komposition aus reduzierten Formen und Resten von Gegenständen, die Sie in Morandis Art durchspielen können, sollen, nicht müssen, aber dürfen...

Die Betonung liegt auf DURCHSPIELEN.

Sie arbeiten in 3 Schritten:

1) D.h. Sie bereiten die Komposition wie gewohnt auf einfachste Weise mit 2-4-wertigen Notans vor,

2) skribbeln die Ihnen sympathischste Lösung etwas grösser in Ihr Skizzenbuch oder auf ein Blatt Papier.

3) Die finale Arbeit sollten Sie möglichst auf mindestens A4 Grösse ausführen.

Sie können diese Arbeit gerne auf getöntes Papier oder Packpapier mit Kohle und weisser Kreide zeichnen. Mit diesem Vorgehen ersparen Sie sich die Anlage eines sog. Mitteltones.

Eine gute und vor allem lockernde und die Phantasie anregende Vorbereitungsmethode ist das grobe Ausschneiden von Formen aus Tonpapier, die sie in einem Passepartout in unterschiedlichen Kombinationen und Grössen zusammenstellen und nachzeichnen.

SPIELEN SIE...

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