Montag, 23. Januar 2012

Teil 2 - 6.Std Federzeichnen/Landschaft - Raum I - 16.u.17.1.12

Die letzte ausgefallene Stunde wird auf jeden Fall am Ende des Kurses angehängt. Ich stelle mir vor, dass wir das am Besten in einer für beide Kurshälften gemeinsamen Ausstellung zum Abschluss des Einsteigerkurses organisieren können. Im Laufe der nächsten Wochen stimmen wir den dafür besten Termin ab.


Im Rahmen der 6. Stunde des 2. Teiles - Federzeichnung und Landschaft - widmeten wir uns den grundlegendsten Phänomenen des Raumes bei der Landschaftsdarstellung. Da wir im Freien beim Zeichnen einer Landschaft  in der Regel keine präzisen Anhaltspunkte für die Konstruktion des Raumes erhalten, sind andere Beobachtungen wichtiger, die dem Zeichner dabei helfen, eine Illusion des Raumes zu schaffen.
Bitte machen Sie sich generell klar, dass Sie in jedem Fall ohnehin eine ILLUSION des Raumes erzeugen, auch wenn Sie architektonische Elemente zur Unterstützung der Raumkonstruktion heranziehen.

Im Zentrum der Stunde standen die Elemente der

- Überschneidung (d.h., das Hintereinander der Formen),

- die regelhafte Verkleinerung der Elemente des Raumes (als Hilfszeichnung angelegt über eine Art Strahlenkonstruktion, die auf Alberti - 1.Semester! - zurückgeht und in erster Linie als Anhaltspunkt für das Auge dient, plausible Verkürzungen und Verkleinerungen zu erkennen),

- sowie schlussendlich die Beobachtung der Luftperspektive, d.h. dass alle Dinge im offenen Raum zum Horizont nicht nur kleiner sondern auch zumeist unschärfer, diffuser werden und je nach Witterung und Atmosphäre gar eine Auflösung der Kontur im Dunst erfahren.




Die Werkzeuge des Zeichners sind entsprechend:

- Konturüberschneidungen.
- Raumkonstruktion mit Hilfe der Horizontlinie und einfache Konstruktion der Verkürzung.
- Grauwertestaffelung, die mit der Feder über Verdichtung und Auflockerung der Schraffuren oder Texturen erreicht werden.


Warmups:

1.SPIEL:
 Auf einem zunächst mit dünnen Bleistiftlinien konstruierten Raumverkürzungsgerüst sollen simple Kritzeleien so angelegt werden, dass eine räumliche Situation erkennbar wird. Es sollen keine konkreten Gegenstände, sondern einfache Struktur- und Texturverdichtungen je nach Lage im Raum entstehen.

2. STUDIUM:
Die Vorlagen aus Daucher S.234 und 241 sollen zunächst einmal nur betrachtet und verstanden werden, im nächsten Schritt kopiert und am Ende in eigener Weise auf konkrete Landschaftszeichnungen angewendet werden.

3. ADAPTION:
Die vorgelegten Zeichnungen von Rembrandt bis Horst Janssen sind aus verschiedenen Jahrhunderten, spiegeln aber heute immer noch mögliche Herangehensweisen an das Phänomen Landschaft. Wählen Sie das für sie interessanteste Beispiel und nehmen Sie sich kopierend und reflektierend das heraus, was mit Ihnen resoniert.
So sollten Sie generell verfahren, die Kopie ist wichtiger Teil des Lernprozessses, in dem es nicht um Fälschung und Ideenklau, sondern um das Begreifen der künstlerischen Denke geht.


Übung und Hausaufgabe:

- Schauen Sie sich im Daucher S.228-255 das ganze Kapitel "Landschaftsräume" an und zeichnen Sie daraus, was sie anspricht, aber am Besten entwickeln Sie aus diesen Anregungen eigene Arbeiten.

- Zeichnen Sie ein mind. A4 grosses Blatt einer freien Landschaft: "Der tiefe Raum" mit den heute gelernten Elementen.


Ergebnisse der Hausaufgabe und des Abends:













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