Montag, 18. Juli 2011

Einheit 3 - 6. Stunde, 4.und 5. Juli: Perspektive II

Ursprünglich vorgesehen war eigentlich ein umfangreicheres Programm und die Auseinandersetzung mit der klassischen 2-Punkt-Perspektive.

Allerdings zeigte sich rasch, dass die als Warmup gedachte Zeichnung einer einfachen weissen Kugel, die mit einem Kohle- und einem Kreidestift in Licht und Schatten und mit Hilfe der mittlerweile geläufigen Kreuzschraffur zu modellieren war, sehr viel mehr Zeit beanspruchte, als ursprünglich gedacht.
Wir haben kurzerhand damit den ganzen Abend verbracht (und ich habe auch etwas gelernt über Zeitplanung in dieser Einheit...)

Wir beobachteten gemeinsam anhand eines Modells, welche wesentlichen Beobachtungen an einer beleuchteten Kugel zu machen sind. Zunächst gilt die Aufmerksamkeit der Grenzlinie zwischen Licht und Schatten (die sog. bedbug-line), die eine Ellipse darstellt und nicht ganz leicht zu beobachten, geschweige denn zu zeichnen ist. Sie haben evtl. beobachtet, dass dieser Schattenverlauf eine unscharf gezeichnete Verdichtung erfährt, die zum Licht zu in einen mittleren Grauwert verläuft, während sie in der Schattenzone zum Boden hin tatsächlich eine Aufhellung durch reflektiertes Licht erfährt. Der Schlagschatten wiederum, den die Kugel elliptisch auf den Untergrund wirft, hat direkt unter der Kugel seinen tiefsten Grauwert.

Ich habe Ihnen eine sog. black box (eine schwarz gefärbte Kiste also) demonstriert, die sich sehr gut für genaue Licht- und Schattenstudien eignet, da Sie den Lichteinfall steuern können.

(Foto der black box folgt)

Eine Demo zur Behandlung von Kohle- und Kreidestiften habe ich Ihnen gegeben.
Der Sinn der Sache dabei ist, mit Hilfe eines scharfen Messers und einem Schmirgelpapier jederzeit Einfluss auf die Präzision des Striches für die unterschiedlichen Schichten der Schraffuren nehmen zu können. Das braucht allerdings viel Übung. Mit einem Spitzer kommen Sie auf jeden Fall nicht weit...



Diese Übung ist auf lange Sicht sehr nützlich, wenn es in der Zeichung und Malerei darum geht, Körperlichkeit in Licht und Schatten glaubhaft darzustellen.
Obwohl ich Ihnen ein sehr schlechtes Zeichenpapier zur Verfügung stellte (Entschuldigung!), ist es den meisten sehr gut gelungen, diese Wirkung zu erzielen.

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