Folgende Folien habe ich am 12.3.12 vorgestellt:
(Zum Vergrössern bitte auf die jeweilige Abbildung klicken!)
Für eilige Leser reichen die Informationen auf den Präsentationsfolien.
Ich werde es künftig so halten, dass ich meine Unterrichtsfolien zu jedem Kapitel gleich nach dem Unterricht hier veröffentliche und dann im Laufe der Woche mit weiteren Texten und Links versehe.
Wer keine Zeit und Geduld für die Erläuterungen hat, kann sich nur mit den Folien allein einen schnellen Überblick verschaffen.
Folie 1 - Erinnerung und Spielregeln 1-Minute-Posen:
Folie 2 - Spielregel 5-Minuten-Posen:
Folie 3 - Demo zur Vorbereitung 5'Posen - Schätzen lernen:
Hier ging es in erster Linie darum, mit Hilfe der Acrylplatte und einem abwischbaren Stift, das Schätzen von Entfernungen und Grössen zu trainieren. Keiner hat diese Fähigkeit aus sich heraus sicher und immer präsent. Man muss das wie ein Sportler dauernd üben und über Wochen und Monate mühselig verbessern. Dieses Vermögen ist aber für die Ähnlichkeit von Portraits unumgänglich und durch keine andere Übung und schon mal gar nicht mit irgendeinem Trick zu umgehen. Leider.
Folie 4 - Was die Silhouette leistet:
Folie 5 - Ablauf der Praxis:
Hier noch einmal der Text, den ich in der Stunde verteilt habe. Darin versuche ich klar zu machen, mit welcher Haltung man an die 1- und 5-Minuten herangehen soll, dass sie nicht in Stress und Frust enden.
Nein, ich werde die Zeit nicht verlängern - und das ist gut so...
Nächste Woche erkläre ich noch einmal, was es damit auf sich hat.
....
Kopfzeichnen/Portraitzeichnen - "Ritual":
Stadium 1 - Annäherung an das Modell
- Aus Einheit 1 : Zeichner-ICH
Aus dem Bauch, spontan und expressiv, ohne Rücksicht auf Regeln und Ähnlichkeit, "drauflos", irgendwie. Ähnlichkeit ist total egal. Linienqualität ist wichtiger. Raus damit, irgendwie und irgendwas! Das Modell ist nur Anlass für meine Äusserung. Diese reicht von zärtlich bis vehement, und das bildet die Spur der Linie ab. Emotion pictures.
Hier zähl erst mal nur ICH...
(1 Minute Posen)
- Aus Einheit 2 : Guckst DU!
a) Gestisch empathisch zeichnend, dem wandernden Auge folgend und der seismografischen Hand das Sehen mitteilend. Simple Feststellungen: Modell hat Kopf, der ist ungefähr so, oder vielleicht doch eher so...oder doch ganz anders...
Herangehensweise ist hier nur beinahe wie oben, diesmal aber deutlicher mit dem Fokus auf das Modell. Die Linie nimmt den Ausdruck des Gegenüber auf, es gibt Resonanzen. Man fliegt mit oder sinkt.
Diese Haltung entdeckt das Gegenüber, das DU sozusagen, allmählich einfühlend...
(1 Minute Posen)
Dann
b) Blindzeichnen: Das Sehen wahrnehmend, ganz beim Modell, fast blind fürs Blatt, ganz Aug fürs Sehen. Es reichen hier möglichst genau betrachtete Fragmente der Aussenkontur und/oder Binnenkontur. Das Auge schaut dabei erheblich mehr auf das Modell, gestattet sich ganz wenige Kontrollblicke aufs Blatt.
Die Linie verliert sich auf der Reise ins Detail. Flohtours.
(1 Minute Posen)
- Aus Einheit 3 : RICHTIG, so geht das!
Messen. Die einzig wirklich schnelle Methode dieser Einheit ist das vergleichende Messen und Setzen von simplen linearen Markierungen. Diese halten einfach und basal die Grössenverhältnisse und Grenzen fest und können später dann zunehmend komplexere Zusammenhänge markieren. Am Anfang reicht es einfach nur, wenn man die Silhouette erfasst, von der ausgehend man immer detaillierter nach Innen messen kann.
Die Linie hat hier möglichst Null Ausdruck, ist in der Regel eine kurze Gerade, grau, unauffällig, zweckdienlich. Beamtlich.
Die Haltung ist ganz kühl und sachlich beim Messen und Vergleichen, beim Allgemeinen der Regeln, also beim "MAN".
(5 Minuten Posen)
Meine Idee hinter diesem Ansatz ist, dass man auf dieser ersten Stufe der Annäherung an das Modell sozusagen von der Willkür des Allersubjektivsten (ICH) aus, über die Wahrnehmung des Anderen (DU) zu allgemeinen Beobachtungen von Gesetzmässigkeiten oder Regeln (MAN) gelangt, diese wiederum mehr oder weniger gezielt anwendet oder in Frage stellt, indem man immer wieder von vorn oder neu ansetzt und andere Aspekte des Modells betrachtet, entdeckt und betont.
So erarbeitet man sich eine zunehmend bestimmtere Annahme vom Modell.
Erst dann beginnt man in einem nächsten Stadium auf „höherem Niveau“ wieder von vorn, mit einem in diesen schnellen Studien erarbeiteten und noch vage begründeten "Vorurteil", das nach zunehmend sorgfältigerer Klärung verlangt. Hier wären wir dann bei langen Posensitzungen von 10 Minuten, 20 Minuten bis zu 1 Stunde.





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