Folgende Folien habe ich am 26.3.12 vorgestellt:
(Zum Vergrössern bitte auf die jeweilige Abbildung klicken!)
Für eilige Leser reichen die Informationen auf den Präsentationsfolien.
Ich werde es künftig so halten, dass ich meine Unterrichtsfolien zu jedem Kapitel gleich nach dem Unterricht hier veröffentliche und dann im Laufe der Woche mit weiteren Texten und Links versehe.
Wer keine Zeit und Geduld für die Erläuterungen hat, kann sich nur mit den Folien allein einen schnellen Überblick verschaffen.
Ziele und Inhalte des Abends:
Der Abend war im Prinzip die Fortsetzung der in der letzten Stunde begonnenen Studie einer Frontalansicht eines menschlichen Schädels.
Die Tips zum Vorgehen in Folie 1 und 2 sind reine Wiederholung und erneute Empfehlung, sich eine Strategie zurechtzulegen sowie die bereits eingeübte "Sehanleitung" ernsthaft anzuwenden, wenn man in Bezug auf Proportionen und Abstände noch unsicher ist.
Wenn möglich, üben Sie bitte mit einem Modell eines Schädels (Kaufempfehlung siehe Folie 5), notfalls aber ist auch das Abzeichnen von einer Abbildung (Folien 3 und 6) besser als Nichts.
Folie 4 gibt eine Übersicht über die wichtigsten Strukturen und Benennungen, die wir künftig brauchen, wenn wir versuchen zu beschreiben, was wir beobachten.
Folie 1:
1) Klären Sie die Platzierung und Grösse der Zeichnung auf dem Blatt. Reale Grösse, zentral angeordnet bietet sich bei der Sachstudie an. Blattformat 20x30 oder 30x40. Machen Sie trotzdem zur Vergewisserung ruhig ein schnelles Skribble in der Art eines Notans, dass Sie erkennen, wie es am Ende aussehen könnte.
2) Entweder Sie konstruieren mit den Regeln des Proportionsschemas zuerst alle markanten Stellen der Ansicht vorab und schaffen sich so ein mit dünnen Linien angelegtes Beobachtungsgerüst, in das Sie die genaueren Beobachtungen an die richtige Stelle eintragen (das empfehle ich), oder Sie üben die mit der Acrylplatte verbesserte Schätzfähigkeit und legen die markanten Linien (Höhe, Breite, Brauenlinie, Nasennsatz) wie gelernt mit dünnen Linien an. Man kann auch beide Methoden verbinden.
Eine weitere Methode kann das erweiterte Blindkonturzeichnen sein, bei dem Sie präzise "blinde" Beobachtung und zart markiertes Proportionsschema miteinander verbinden. Ist aber schwierig und riskant, weil zu sehr auf Details und komplexe Überschneidungen fixierend.
Folie 2:
3) Vereinfachen Sie gedanklich (!) zunächst die Formen auf Grundkörper (d.h. sehen Sie überhaupt erst einmal) , wie z.B. die beiden unterschiedlichen Radien der oberen und unteren kugeligen Formen des Schädels in der Frontalansicht.
Zeichnen Sie ohnehin zunächst so einfach wie möglich mit Geraden und vereinfachten Konturen.
4) Konzentrieren Sie sich auf wenige Beobachtungen, die Sie langsam und geduldig einzeichnen, etwa nur die Lage und Form der Augenhöhlen, oder der Wangenknochen. Die spezifische Form der Stirn und der Schädeldecke kann ein anderes Thema sein. Suchen Sie sich ruhig nur Teilgebiete, die Sie in aller Ruhe betrachten. Das Sehen ist vorerst wichtiger als die Zeichnung.
Weniger ist hier wie so oft mehr.
Die Abbildungen stammen aus folgendem Buch:
Wer in die Tiefe des Menschenzeichnens gehen möchte, ist hier gut aufgehoben. Ich finde die Texte zwar etwas schwer zugänglich und trocken, aber das Buch ist solide und mit guten Beispielen versehen.
Ein anderes Buch zur Anatomie:
Anatomie aus der Modelwelt (zu schön, um wahr zu sein), aber gute Illustrationen und Zeichnungen, transparente Überzeichnungen, die den Aufbau gelungen illustrieren. Schwerkraftphänomene allerdings und andere an Normalos zu findende Ergänzungsformen wie Weichzeichnungen, Hängestrukturen etc. sind schwach vertreten. Aber ein schönes Buch.
Im Prinzip tut es jedes andere Anatomiewerk für Künstler, von denen ich im Laufe des Kurses einige weitere vorstellen werde.
Folie 3:
Folie 4:
Die Knochen des Hirnschädels
Morphologisch wird der Hirnschädel in das Schädeldach (Calvaria, Schädelkalotte) und die Schädelbasis unterteilt. Er wird gebildet durch
- das unpaarige Hinterhauptbein (lat. Os occipitale),
- das paarige Scheitelbein (lat. Os parietale),
- das paarige Schläfenbein (lat. Os temporale),
- das paarige Keilbein (lat. Os sphenoidale) und
- einen Teil des Stirnbeins (lat. Os frontale) sowie das
- das unpaarige Siebbein (lat. Os ethmoidale)
Von manchen Autoren wird das ganze Stirnbein dem Hirnschädel zugeordnet.
Der Hirnschädel ist durch die Kopfgelenke mit der Halswirbelsäule verbunden.
Die Knochen des Gesichtsschädels
Zum Gesichtsschädel gehören u.a. jene Knochen, die die Augen- und Nasenhöhlen und die Mundhöhle bilden. Im Einzelnen sind das:
- jene Teile des Stirnbeins, die die Augenhöhle mitbilden
- das paarige Jochbein (lat. Os zygomaticum)
- den Oberkiefer (lat. Maxilla), in Wirklichkeit ein paariger Knochen
- das paarige Zwischenkieferbein (lat. Os incisivum), das beim Menschen schon vor der Geburt mit dem Oberkiefer verschmilzt
- den unpaarigen Unterkiefer (lat. Mandibula)
- das paarige Nasenbein (lat. Os nasale)
- das paarige Tränenbein (lat. Os lacrimale)
- das paarige Gaumenbein (lat. Os palatinum)
- das unpaarige Pflugscharbein (lat. der Vomer)
- das unpaarige Siebbein (lat. Os ethmoidale)
Folie 5:
Wer noch unentschlossen sein sollte, ob er sich einen Schädel ins Heim stellen sollte (warum denn nicht ? Hilft beim Denken übers Wesentliche...was man seit Shakespeare weiß...):
Prompte Lieferung in perfekter Verpackung. Der Schädel ist für unsere Zwecke mehr als gut geeignet, von guter Material- und Abbildungsqualität - also, ich bin rundum zufrieden und kann ihn nur empfehlen!
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Folie 6:
Folie 7:
Ergebnisse des Abends:
Frohe Ostern!
(hat irgendwie doch ziemlich mit unserm augenblicklichen Zeichengegenstand zu tun...oder? Ich meine, für den, der noch weiß, was Ostern eigentlich ist...)













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